„Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, die viel zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“
Buch Daniel (12,3)

Wie finden wir Zugang zu dem, was manche Menschen Gott oder die Quelle allen Seins nennen? Seit Jahrzehnten geben wir hierzu geistige Orientierung und bieten hoch inspirierende Bildungsmomente, um uns den Blick auf die Vielfalt in der Einheit wieder bewusst zu machen. Darüber hinaus holen wir uns die Erinnerung unserer umfassenden Geistigkeit wieder ins Bewusstsein.

Fortsetzung von Seite I

Im Hintergrund unseres Unterrichts stand immer das seelisch-geistige Wachstum und damit der uralte Wandlungssatz Goethes: „Und solang du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast, auf der dunklen Erde!“ (Astrologie Begeisterte wissen natürlich, das der spezifische Wandlungsplanet  immer der Pluto ist. Aber dies nur am Rande. Wir sind Lehrer und keine Berufsastrologen.)

Aufgefallen ist den Schülern, dass Goethe von einer dunklen Erde sprach, vergleichbar dem Hinduismus, der uns von dem derzeitigen dunklen Zeitalter des Kali-Yuga berichtet.

Doch was hat es mit der Dunkelheit auf sich? Dunkelheit ist hier ein Gleichnis für ein spirituelles Nichtwissen. „Der Gottlosen Weg aber ist wie das Dunkel, sie wissen nicht, wodurch sie zu Fall kommen werden“, lesen wir im Alten Testament (Sprüche Salomons 4,19). Im Hinduismus gilt spirituelle Unwissenheit sogar als die größte geistige Verfehlung überhaupt.

Und wie steht es mit unserer Verdunkelung? Noch immer sehr, sehr ehr gut. „Denn das Licht kam in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen (Joh. 1,5). Nur noch Gleichnisse, Märchen, Träume und ein bisschen Esoterik sind für den Suchenden dabei die ersten Leuchttürme aus der Dunkelheit. Es heißt doch nicht umsonst: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ (Matt. 8,3)

Bestimmte Texte aus den uralten Upanischaden schießen dabei den Vogel ab: „In der Dunkelheit sind jene, die nur die Welt anbeten, aber in größerer Dunkelheit solche, die nur das Unendliche anbeten. Jener, der beides akzeptiert, rettet sich vor dem Tode durch das Wissen um das Erstere und erlangt Unsterblichkeit durch das Wissen um das Letztere.“ Glück ist also die gänzliche Aufhebung der Trennung der Gegensätze im Geiste. Sic. Und daran ist nicht zu rütteln. Doch unser gewöhnliches denkerisches Vorgehen gefällt sich in einer immer noch stärker diverenzierten Spaltung und Verwirrung. Und es hält sich für klug.

Kleiner Exkurs:“Follow the science“ hieß es noch vor kurzem. Und dahinter versteckte sich hönisch grinsend der Diabolos,, der „Lügner von Anfang an“ (Joh. 8,44). Später zeigte er sich dann als brüllender Löwe: „Nach dem Winter ist jeder „geimpft, genesen oder gestorben! “ Merke: Halbe Wahrheiten sind ganze Lügen!)

Zurück zum Thema: Genauso mutete es einige komisch an, dass der Buddhismus seit Jahrtausenden schon vermeldet, unsere Welt der Wahrnehmung sei eine Fata Morgana. Das gleiche sagte übrigens auch Jesus und sogar Hermann Hesse, nur mit anderen Worten (s. Gedicht „Stufen“ und darin „Ist doch alles Trug und Wahn…“). Und selbst die Neurophysiologie wagt es jetzt Ähnliches zu  behaupten, nur  dass bisher der Bürger davon keine Kenntnis bekommt. An der Astrologie interessierte Schüler erklärten uns, sie verstünden jetzt, warum das 8. Haus, als das Haus der Bindung und Ehe,  auch als das Haus des Todes bezeichnet würde.
Etliche betrachteten, neben dem analogen Denken eines Heraklit,  auch gerne den Ansatz der Systemtheorie, der Kybernetik, in dem sich  die Anthroposophie, die Astrologie und die Homöopathie verorten lassen. Viele lernten schon dadurch ein anderes Denksystem für sich zu benutzen und waren anderen dadurch voraus.

Um es auf den Punkt zu bringen: Unser gängiges, westliches Denksystem ist viel zu eng.  Das lineare, auf Ursachen bezogene „Ich denke – also bin ich“ der Aufklärung  (s. Descartes u.a.) greift viel zu kurz. Wir brauchen  eine Erweiterung, um nicht zu sagen, eine Erneuerung unseres geistigen Vermögens und das für möglichst viele Menschen. Letztlich braucht es aber weltweit nicht weniger als  einen Quantensprung. Um die ersten Schritte hierbei machen zu können, dafür boten wir schon seit vielen Jahren Seminare und Gespräche an. Und sie wurden immer gerne angenommen.

Machen wir hier vielleicht eine kleine Nachdenk Pause. Unten geht‘ dann weiter.

Besonders aber gingen einigen der späteren Schüler die Augen auf, als ihnen im Buch Acim mit dem Satz „Suche, aber finde nicht“ der Bannfluch der Vergeblichkeit des derzeitigen westlichen Denkhandelns regelrecht – wie eine dunkle, feuchte Kröte – ins Gesicht sprang. Platsch! Pfui! Worte, die wiederum  mit den vielen Hinweisen des Nazareners, wie z.B. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ korrespondieren. Da stellte sich dann im Unterricht schon die Frage, was ist hier los und für welches „Reich“ könnte der Religionsgründer der Christenheit geworben haben? Vielleicht sogar für jenes, das sich auch der islamische Mystiker Rumi wünschte:

„Jenseits von Richtig und Falsch liegt ein Ort. Dort möchte ich dir begegnen.“

Die Worte  des islamischen Mystikers trafen besonders jene, die in Paarbeziehungen waren, sehr tief. Und so dämmerte es manchem, dass es außerhalb unseres polaren  Weltbildes von Richtig und Falsch, es noch ganz andere Räume des Bewusstseins geben könnte, die wir dringend brauchen könnten und deshalb uns aneignen müssten. Ja – und zwar solche, die uns irgendwie an eine Heimat erinnern, in der wir noch nie waren – wie es Ernst Bloch wunderschön ausdrückte – und die wir dennoch erahnen und ersehnen.

„Der Fromme der Zukunft wird ein Mystiker sein oder er wird nicht mehr sein“.

Das sagte eines Tages der berühmte deutsche Theologe und Jesuit Karl Rahner. Und er ließ damit die Katze aus dem Sack oder besser gesagt, er ließ die Bombe platzen. Diese Kröte solten die  Kirchenobersten in der Kath. Kirche jetzt schlucken, was ihnen überhaupt nicht  gefallen hat. Denn die Mystiker waren noch nie in kirchlichen Kreisen gerne gesehen. Deren Verständnis von Welt könnte nämlich letztlich die Auflösung der heutigen kirchlichen Verhältnisse und damit den Verlust der Macht der Kirche bedeuten. Und das will sich diese  nicht antun.
So stellte sich dann auch die Frage, wie wir je zu jenem Ort, zu dieser Heimat, „die uns in die Kindheit scheint“ (Ernst Bloch), je gelangen werden?  Der Weg dorthin geht immer einher mit geistiger Ausdehnung, gemeinhin mit Bewusstseinserweiterung,  bis hin zur Erleuchtung und zu dem Empfinden von  Einheit mit Gott und der Liebe zu allem und jedem.

Unser übliches Lernen ist weit davon entfernt, denn es sucht im Außen. Es war Galilei, der uns darauf hinwies,

wirkliches Lernen ist immer ein spontanes Wiedererinnern der Wahrheit, also eine urplötzliche Erkenntnis aus dem Inneren,

ähnlich dem berühmten Heureka des Archimedes! Und es ist immer ein Akt der Gnade, wie christliche Mystiker erkannt haben. Die Gnade ist immer selbstverständlich, aber muss man sie sich erobern? Nein, sie ergibt sich, wie Meister Eckart uns beschrieben hat. Die Gnade ist uns a priori gegeben, wir sind es selbst, die diese verhindern. All das Gesagte wäre also eine Umpolung dessen, was wir heute unter Lernen oder Verhaltensänderung, sagen wir einfach dazu Dressur, verstehen. Auch liegen wir mit unseren Methoden, z. B. eine Schizophrenie zu behandeln, gründlich falsch.

Denn …

 Nicht im Erfassen wollen, sondern im Loslassen enthüllt sich das Unbegreifliche“


(Zitat aus den Upanischaden)

Und damit sind wir schon an einem zentralen Punkt unseres pädagogischen Modells, der Ulmer Heilandragogik, gekommen:  Nämlich der Frage, wie geht Lernen? Was ist der Unterschied zwischen einer bloßen körperlich-sinnlichen Wahrnehmung und was ist jene Erkenntnis von Angesicht zu Angesicht, von der die Heiligen sprechen? 

Wichtig! Eine fromme oder gar eine wissenschaftliche denkerische Vorstellung helfen hierbei nicht weiter.  Im Gegenteil! Wahrnehmung irrt immer, denn „es irrt der Mensch solang er strebt“(Goethe). Denn unsere Wahrnehmung ist darauf eingestellt,  überall Mangel zu sehen und damit im Modus des Urteilens zu sein.  Denken wir nur an das Mangeldenken der Medizin (s. unter „Anmerkungen“). Im Gegensatz dazu ist Erkennen eben kein Streben nach dem Richtigen, ist kein Weg und kein Suchen. Vielmehr ist es ein „in sich“ Finden. „Wer nicht nach innen geht, geht leer aus“, heißt es im Acim. Am Apollotempel im alten Griechenland steht genau dies bereits 500 Jahre vor Christus und bietet dafür längst die Lösung:

„Mensch erkenne dich selbst, dann erkennst du Gott und die Welt!“ Der Satzt birgt alles, aber auch wirklich alles Notwendige in sich: Die Selbsterkenntnis.

Deshalb verwiesen wir die Schüler auch auf das uralte Buch der Weisheit, das Tao Te King, das ca. 500 Jahre vor Christus geschrieben wurde. Und wir erinnerten daran, dass das Rätsel damals schon gelöst erschien:

„Nicht im Erfassen wollen, sondern im Lassen enthüllt sich uns das Unbegreifliche!“

Und genau  das weibliche Lassenkönnen wird uns durch die Bergpredigt eines Jesus von Nazareth vermittelt. Was  bedeutet, der Mann muss geistig zur Frau werden können, wenn er jemals für sich Erleuchtung erlangen will. (O-Ton Mystikforscher Pater Sudbrack SJ).

Ihr merkt vielleicht, das bedeutet einen Polsprung bezüglich unseres Herangehens an Welt (und damit einen völlig neuen Zugang zum Prinzip des weiblichen Seins.) Es ist auch ein Hinweis, der direkt zu der östlichen Praxis der Meditation lenkt, da in der Meditation das intellektuelle Denken zu Gunsten eines höheren Erlebens beiseitegelegt wird. Hier konnten die Schüler nun eine Brücke zur Bergpredigt des Nazareners schlagen, wo uns erklärt wird Selig die Armen im Geiste…“ und natürlich zur Definition seines eigenen Selbstes von Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Folgt mir nach!“

Das klingt  durchaus stark nach einem Abgesang an unsere derzeitige Lebensform des linearen, intellektuellen, theoretischen Suchens, auf das wir bisher so stolz waren. „Die Impfung ist sicher!“ tönte es überall. Doch sie war es nicht! Viele haben das schon vorher gewusst und sich dem Impf-Weltbild entgegengestellt. Und wie wurden diese Menschen in den Medien gekreuzigt! Und doch haben wir alle schon erfahren: „Vielwissen sättigt nicht die Seele“ (s. Würzburger Symposium).  Im Buch Acim steht sogar

Krankheit ist die Abwehr der Wahrheit.“

Na, wenn das nicht bannbrechend ist?

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