„Dich störe nichts, wie es auch weiter klinge,
schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge.“
Goethe, Faust II



Hier geht es um unsere Angebote, zu aller erst aber um unsere Epistolae Reihe. Das sind Lehrbriefe für Suchende, manchmal auch Predigten zum tiefen Nachdenken, zur Kontemplation und zum Selbststudium.

Anmerkung: Darüber hinaus findet ihr zwei weitere Angebote (siehe auch unter "Bewerben"), nämlich
1. unsere Studiengespräche - Sie sind gedacht für spirituell
Fortgeschrittene und dann
2. unsere Oberstufe für professionelle "Lehrer Gottes" jeder Richtung.

Anmerkung für frühere Schüler:

Seit langem sind wir eine Lehreinrichtung für Reife und Weisheit. Die früheren Einzelstunden zur Lösung persönlicher Angelegenheiten gibt es aber leider nur noch im Einzelfall. Mittelfristig liegt unser Schwerpunkt jetzt bei Unterrichtseinheiten, die unser Leben in der Polarität deutlich werden lassen und uns veranlassen, diese Haltung durch Wandlungsprozesse auf eine höhere Ebene zu heben. Unsere Epistolae sind seltene Kleinode für reife Erkenntnis. Sie können sogar wie Predigten gesehen werden. Für eine noch höhere Erkenntnisstufe bieten wir dann besinnliche Gruppen, um sich mit und im anderen geistig spiegeln zu können und unsere Verurteilungen erkennen zu lassen. Uns ist außerdem sehr daran gelegen, dass jeder lernt, aus sich und seiner Wahrheit heraus selbst schöpferisch tätig zu sein. Auch hier unterstützen wir. Und mit allem kann man auch immer wieder neu beginnen.
Aber das wisst ihr ja…

Seneca schreibtt in einem seiner Epistolae morales an einen Schüler:

Wenn du einen Menschen siehst, nicht zu schrecken von Gefahren, unberührt von Begierden, im Unglück glücklich, mitten in stürmischen Zeiten gelassen, von höherer Warte die Menschen sehend, von gleicher Ebene die Götter, wird dich nicht Ehrfurcht vor ihm überkommen? (Ep. 41.3)

Unsere Epistolae Reihe (ein Beispiel findet ihr unten) initiiert notwendige Überlegungen zum eigenen Standpunkt, zum eigenen Sein – und soweit man dies zulässt – bringen sie auch echte geistige Klärung. Ihr erlangt durch sie jedenfalls ein hohes, ethisches Allgemeinwissen. Mit unserem zweiten Angebot erreicht man noch höhere Möglichkeiten für sein geistiges Werden, nämlich den Ausstieg aus dem Denksystem der Polarität und – so Gott will – die Möglichkeit der Aufhebung aller Trennung und den Eintritt in die Einheit.
Das Endziel ist die Erfahrung des „ICH BIN“, sprich eine allumfassende, erlebte Bewusstheit der Vielfalt in der Einheit, auch Erleuchtung genannt. Oder wie es alttestamentarisch heißt, die Schau von Angesicht zu Angesicht (2. Mose 33,11) und christlich „Ich und der Vater sind Eins“ (Joh. 10,30), oder wie bei Meister Eckart „Die Unterschiedenheit ohne Unterschied“ (EW I, S.131).
Doch wie ist derzeit unser Status quo?
Die gespaltene Welt ist ständig im Streit mit sich selbst. So gesehen diskutiert man – wissenschaftlich gesehen – auch  immer nur den „neuesten Irrtum“. Die Geschichte der Naturwissenschaft muss deshalb auch als die Geschichte der menschlichen Irrtümer, besser noch als ein System des immanenten Wandlungsprinzips anerkannt werden. Morgen ist das Heute schon nicht mehr wahr. „Es irrt der Mensch, so lang er strebt!“ (Goethe). Und was ist überhaupt wahr? Nur Materie, die man messen kann? Die aber auch immer entsteht und wieder zerfällt? Denn „panta rhei“ – alles fließt. Man kann nicht 2x in denselben Fluss steigen. (Heraklit von Ephesos, 520 v. Chr.)
Keine junge Generation will einsehen, dass auch sie schon wieder eine Theorie von nur mittlerer Reichweite befeuert. Die Alten  erkennen den eigenen Irrtum und den Wandel im Rückblick auf ihr vergangenes Leben manchmal sehr gut – besonders wenn sie darin entsprechend unterstützt wurden. Wie bei uns, denn es gilt:

 Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert.
Hierin liegt der Frieden Gottes.“

(Zitat aus „A Course In Miracles“, ACIM)

Solche Themen könnt ihr bei uns unter dem Stichwort „Epistolae“ abrufen oder / und auch selbst in unseren Gruppen aus eurem Inneren heraus miteinander abwägen.

Themenauswahl

„Leiden oder Erkenntnis“ bedeutet was? – Die Polarität  oder jenseits von Gut und Böse – Braucht das Leben Korrekturen? – Die Welt durchschauen? Die Welt sei Schein, meinte Buddha – Hegel: Das Bewusstsein bestimmt das Sein. – Marx: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. – Buchbesprechung. „Warum der Mensch sich Gott erschuf“ von Wolfgang Schmidbauer – Status quo: Die Anomie  nach Émile Durkheim (1858–1917) – „Folget mir nach!“ (Jesus) Wie soll das gehen? – Das Sein im Hier und Jetzt – Der Mensch als multidimensionales Wesen – Wann stirbt der Tod? – Die verschiedenen Stufen des Bewusstseins bei Ken Wilber, den Rosenkreuzern, der Psychoanalyse u.a. – Hinweis auf Reinkarnation? Es war Sigmund Freud, der sagte, jeder sei für sein Unbewusstes selbst verantwortlich? Wieso? – Woran scheiterte Freud? – Kirche, Politik und Medizin – Kopfwäsche auf höchstem Niveau? – Astrologen denken in Analogien. Ist das nicht ein Widerspruch? – Psychoanalyse – Folterwerkzeug für das EGO? – „Die Geisterwelt ist nicht verschlossen… “ (Goethe) – Und setzet ihr nicht das Leben ein, … “ (Schiller) – „…ich glaube nicht, dass der Mangel an moralischen und ethischen Werten durch rein intellektuelle Bemühungen aufgewogen werden kann.“ (Albert Einstein) – Systemtheorie und ganzheitliches Denken – Was ist eine technokratische Medizin? – Wozu brauchte und gebraucht der Mensch noch immer Rituale – Beziehungsweisen – Beziehungswaisen – Beziehungswissen – Verliebtheit, immer eine Illusion? – Das Sex Desaster „Die männliche Überlegenheit im Liebeshandel ist ein armseliger Vorteil, durch den man nichts gewinnt und nur der weiblichen Natur Gewalt antut. Man sollte sich von jeder Frau in die Geheimnisse des Geschlechtslebens einführen lassen.“ (Karl Kraus) – Das Schöpfungsprinzip – Das Abklemmen der Lebensenergie – Medizin und Symptomverschiebung. Erklärungsansätze – Die höchste Selbstmordrate gibt es bei den Medizinern. – Die Angst vor einem medialen Bewusstsein – Ist ein guter Lehrer nicht immer auch ein Geistführer? – Was meint eine „Wiedergeburt im Geiste, Joh.3“? – Was bringen Einweihungswege? – Warum war Buddha dick? – Schizophrenie, was ist das wirklich? – „Der Mensch als Selbstgestalter seines Schicksals“ Prof. Dr. Otto Hartman – Schopenhauer: „Die Welt ist die Selbsterkenntnis des Willens.“ – Außerirdische Gottheiten oder nur ein Gott? – Was bedeutet es zu sagen „Die Quelle allen Seins“?

Wow, welch eine Aussage! Was bedroht werden kann, ist immer nur das Vergängliche? Ahnen wir das nicht schon längst?  Daher: Wollt ihr auch eure geistigen Grenzen nach allen Seiten erweitern, so gesellt euch zu unserem Kreis. 

Unsere „Writings“ sind bewusst nicht in der üblichen, wissenschaftlichen Manier verfasst, also mit genauen Quellenverweisen versehen – höchstens hier und da.  Sie sollen nicht als der Weisheit letzter Schluss verstanden werden. Dürfen natürlich – sub specie aeternitatis – es auch nie sein.

Lest die Epistolae bitte mit Abstand, ähnlich wie ein Philosoph. Und wägt den Inhalt ab.  Macht euch eure eigenen Gedanken und hinterfragt auch diese wieder. Bleibt offen und beobachtet besonders eure Abwehr. Denn genau diese soll sich zeigen! Schreibt eure Impulse hierzu vielleicht in ein Tagebuch. Fallen euch neue Themen ein, notiert auch diese. Macht spontane Zeichnungen, sammelt Fotos. Lasst viel mehr zu, als sonst. Ihr seid schöpferischer als ihr glaubt. Man kann nie sofort wissen wozu etwas dient. Ihr begrenzt euch selbst viel zu sehr mit den bisher gelernten Gedanken. Zieht eure Kreise neu. Beobachtet euch bitte dabei… Es lohnt sich ungemein!


Beispiele aus der Epistolae Reihe

Weihnachten 2022

Verfasst am zweiten Weihnachtsfeiertag (26.12.2022)


Liebe Freunde, seid herzlichst gegrüßt!

Kalendarisch ist derzeit Weihnachten. Zu diesem Anlass eine Epistula moralis zu verfassen ist schon sehr gewagt. Wer will derzeit schon tiefer nachdenken? Aber das Fest ist ja schon bald wieder vorbei. Also gönnt euch mal einen Augenblick der Ruhe.

Jedes Jahr wird Weihnachten als ein Fest der Familie gefeiert, wo man sich mit seinen Verwandten trifft, Geschenke verteilt und besonders gut isst. Anschließend ist  dann jeder froh, wenn es wieder rum ist und der Alltag  wie gewohnt weiter geht – und es vor allem keinen Streit gegeben hat. Oder – gab es bei euch Streit?
Ich mache euch schmunzelnd darauf aufmerksam, das ist ganz normal. Denn „Nichts ist schlimmer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen!“ (Goethe) Wie wahr! Und mancher fragt sich hinterher heimlich, was war das jetzt eigentlich? Wozu soll es gut gewesen sein? 

Machen wir uns nichts vor: Weihnachten ist kein geistliches Fest – weil wir  als typische Erdenkinder kein wirklich echtes Interesse an einem geistlichem Leben verspüren. Uns geht es um die Lust am Konsum, um unseren Status einer heilen Familie, um die innere Leere und Angst ein bisschen loswerden  zu können.

Unsere Form des Weihnachtfestes, ist deshalb mit viel Romantik verklärt. Früher leerten sich für kurze Zeit meine Seminare anfangs Dezember immer ganz auffällig, was ich nicht gleich verstand. Es stellte sich dann heraus, viele Frauen hatten keine Zeit, denn sie wollten unbedingt mit ihren Kindern „Brötle“ backen. Das gehörte einfach dazu, wie auch das Geschenke selber basteln.

Dieses Emsigsein zeigt nur den positiven Pol von Weihnachten und verschweigt ganz geschickt einen anderen, der uns nämlich den Appetit nach duftendem Backwerk und Gänsebraten nehmen könnte. Wir könnten uns nämlich auch noch daran erinnern, dass hier zwar einerseits das Licht und die Liebe in Gestalt eines neugeborenen Kindes auf die Welt gekommen ist, aber nur, um uns andererseits die Dunkelheit der Welt am Beispiel dessen kurzen Lebens  in Erscheinung zu bringen, also zum Gleichnis werden zu lassen. Habt ihr jemals schon so gedacht? Das Leben Jesu war als Ganzes ein Gleichnis, wie man vom Menschensohn zum Gotteskind werden kann – mit all den dazu gehörigen Folgen. Und dashalb müssen wir  den Tag seiner Geburt auch  gesamtheitlich betrachten.

Fragen wir doch, was war damals los? Nun, der von den Juden lang ersehnte Messias, als der König der Juden war angesagt. König Herodes war hinter diesem  Kinde her, denn das Kind sollte auf keinem Fall aufwachsen. Der weltliche Herrscher fürchtete um seine Macht. König Herodes ließ vorsorglich erst einmal alle jungen Knaben töten. Welch schreckliches Blutbad muss es damals gegeben haben?

Warum bringen wir das nicht jedes Mal in Zusammenhang mit diesem Fest? Warum verleugnet man das barbarische Morden? Das sagt etwas über uns aus. Sehen wir keine Zusammenhänge mehr? Nein, wir sind blind – weil wir uns dazu entschieden haben. Die Wahrheit ist immer, nichts ist ohne sein Gegenteil wahr. Wir sehen nur das im Außen, was wir sehen wollen, nämlich ein Familienfest mit viel Drumherum. Wir spielen Weihnachten ganz allein für unser Wohlbefinden und das Immage im Außen.
Und das machen wir trotz der Erinnerung dessen, dass damals alle Knaben umgebracht wurden? Auch hier gab es ein Morden vor unserer Haustüre.  Zwei junge Mädchen, wurden mit einem Messer so bedroht, dass eines von ihnen starb.

Auch unsere heutige Realität zeigt sich mittlerweile als eine Zeit der Trübnis und Bedrücktheit, der erloschenen Lichterbäume und abgeschnittener Baumspitzen. Gleichzeitig schlittern wir selbst in einen Krieg. Werden wir nicht gerade dazu aufgefordert, andere beim Morden zu unterstützen. Das könnte eigentlich aufrütteln. Und auch jetzt verlieren wieder Mütter ihre Kinder durch grausames Handeln. Angst und Düsternis breiten sich deshalb in unseren Straßen aus und die Kälte versucht schon vermehrt sich in den Herzen auszubreiten. Ja, wie will man da feiern und sich freuen? Frauen ziehen sich – wie damals – mit ihren Kindern wieder vor mordenden Männern zurück. All diese Leute seien  nur traumatisierte Typen, psychiatrische Einzelfälle, so beruhigt man die Bevölkerung. Und es wird als erstes vom Bürger  gefordert, hier keine ethnischen Gruppen unter Generalverdacht zu stellen.  Die Politiker, die das sagen, hoffen dabei auf die Einsicht und den Gehorsam der Bürger. Aus  Sicht der deutschen Vergangenheit seien wir besonders dazu verpflichtet, unsere und die Freiheit anderer zu verteidigen, so wird uns das eingebläut. Auf gut Deutsch: Wir tragen eine schwere Schuld mit uns herum.
Doch mit eben diesen Argumenten haben auch die Nazis damals schon das deutsche Volk gegen die Juden und die Kommunisten mobilisiert. Kann man hier keine Analogie erkennen?

Psychologisch und soziologisch gesehen, ist dieses Prozedere eine einzige Katastrophe. Die, die Angst verbreiten, untersagen der Bevölkerung in vielerlei Hinsichten das Offenlegen der Wahrheit. Zur ihrer Entlastung sei gesagt, ihr verdunkeltes, enges Bewusstsein gibt nichts anderes her. Sie leben nämlich ständig in der Furcht vor der Wahrheit.

Und viele der braven  Bürgerschaft hören mit dem 3. Ohr und merken durchaus, sie dürfen die Wahrheit nicht einfordern. Wahrheit zu verlangen ist jetzt verboten. Gleichwohl wurde von Jesus gesagt „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Damit geraten besonders  sensible Leute in eine große innere Zerrissenheit. Der Zustand ist krankmachend: Man lebt in tiefer Angst und darf nicht fragen, niemanden, selbst die Ärzte nicht. Das halten manche nicht aus.  Denn selbst die ganz offensichtliche Wahrheit wir nicht mehr gewünscht. Und umso weniger natürlich die Wahrheit hinter der Wahrheit. Das allgemeine Unbehagen in der Kultur wird somit immer größer.

Der Zeitgeist verlangt: „Du sollst das Belogen werden nicht bemerken!“. Das sind just die Bedingungen für einen seelisch geistigen Untergang, wie ihn z.B. die Psychoanalytikerin Alice Miller in  ihren Büchern beschrieben hat oder auch Paul Watzlawick. Demgegenüber sagte der Nazarener, die Wahrheit würde uns frei machen (Joh. 8.31). Und jeder weiß das aus eigener Erfahrung. Geht es einem nicht viel besser, wenn man einmal ganz offen sein darf? „Hab ich dein Ohr nur, find ich schon mein Wort.“ sagte Karl Kraus. Also? Warum soll man die Wahrheit verleugnen?

Natürlich hat das noch einen viel tieferen Grund. Er liegt bereits an den Wurzeln des Daseins dieser unserer Welt. Die Mythen über deren Erschaffung haben alle das Symbol der Schlange als Ausgangsbasis. Und das nicht nur im Christentum. Dieses Symbol benutzt der Hinduismus, der Taoismus, der germanische Mythos, das Judentum, der Islam etc. Unsere Sehnsucht ist in Wirklichkeit die Schlange, die immer nur mit gespaltener Zunge redet, und uns etwas schön redet. Und wir sind erpicht darauf auf sie zu hören und ihr zu Gefallen zu sein. Jeden Abend schalten wir die Nachrichten ein. Andere sogar jede Stunde. Und was glauben wir nicht alles? Mir schrieb Weihnachte 2020 völlig unaufgefordert die Bundesregierung: „Die Impfung ist sicher!“ Es hätte nur noch gefehlt, sie hätte auch noch gesagt: “ Lasst euch impfen, ihr werdet dann sein wie Gott“.

Die Erinnerung an die Wahrheit könnte dennoch mit jedem Weihnachtsfest auch wieder ans Licht kommen. Es liegt nur an uns. Denn nur dafür steht das Fest: Für das Licht, die Liebe und die Wahrheit.  Fazit: Wir brauchen für die wahrheitsgemäßen Beurteilungen ein wesentlich tieferes Verständnis, eine andere Brille mit Rundumsicht; aber wirklich kein Fragetabu. Menschen, die andere umbringen, in die Psychiatrie zu stecken, ist ein Witz. Psychiatrische Definitionen sind erst einmal nur Etikettierungen und bringen hier gar nichts – ganz im Gegenteil. Darüber werde ich später noch erzählen. (Ich habe in jungen Jahren mit Schizophrenen gearbeitet.) Denn es gibt immer Hilfe.

Setzen wir uns also ganz neue Brillen auf, besonders die Brille der Gleichnisse,  der Mythen und Märchen. Und hören wir mit dem dritten Ohr. Und siehe, wir bekommen sofort Hinweise auf größere Zusammenhänge.

Deshalb erinnern sich manche sofort an altbekannte Geschichten, wo z.B. der dunkle, heiße Feuer speiende Drache aus seiner Höhle kommt und sein Opfer verlangt, nämlich eine reine, unschuldige Jungfrau. Nicht von ungefähr! Das Reine und Unschuldige soll dem Unhold zum  Fraß dienen.

Oder man erinnert sich an eine noch höhere, religiöse Ebene, nämlich die des Manichäismus, wo es heißt, dass die Dunkelheit ständig auf der Lauer liegt, das Licht auffressen zu können. Und dass die Dunkelheit dies schon seit Jahrtausenden versucht, wie es besonders deutlich durch diese spezielle Religion verkündet wird. Darin werden der gesamten materiellen Natur die bösen Elemente zugeschrieben, die dem Prinzip des geistig Reinen und Guten ganz offensichtlich niederträchtig gesinnt sind.

„Wenn auch die Zeichen geschrieben sind, nicht pflückt die Blüten, sind lebend Wesen,  die Zeichen vermögen nichts gegen den Wind, denn der Wind kann nicht lesen“, sagt man dazu feinfühlig in Japan. Heiße Winde erweisen sich für feine, unschuldige Blüten als zerstörerisch.

Merken wir hier auf: Die Wissenschaft kann ein Symptom zwar bezeichnen und benennen. Erfassen kann sie es nicht. Es fehlt ihr dazu das geistige Band nach oben, wie Goethe sagt. St. Exupéry stellte bei sich  genau diese Haltung fest. „Ich habe zwar vieles bezeichnet, aber nur wenig erfasst“. Wann also wachen wir auf? Jedenfalls liegt es am einzelnen.

Später erzähle ich euch über Schizophrenie noch mehr. Machen wir für heute  erst mal einen break und kommen auf den springenden Punkt:

Was fehlt ist Gott! So lautete sinngemäß ein Satz der tiefsten Einsicht vom einem unserer berühmten Denker.  Und er deutete uns auch an,  dass das Licht in jedem von uns wohne und erweckt werden könne. Wie das zu machen sei, hat er – so es weit mir bekannt wurde – nicht zu sagen gewusst.

Das  jedoch  hat Jesus mit nur zwei Sätzen getan:

„Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen“ so sprach er am Kreuz.  Und kurz danach machte er geistig den entscheidenden, notwendigen  S p r u n g:  Vater in deine Hände begebe ich meinen Geist. Damit gab er dem Ego des Menschensohnes völlig den Abschied und damit konnte sich sein  lichter göttlicher Geist ganz mit dem dunklen materiellen Körper verbinden und die dunkle Materie seines Körpers wurde unsterblich. So einfach geht es.

Wenn wir dies ehrlich machen würden, ginge es uns ähnlich, sagt die westliche Kirche. Damit wären wir erlöst, wenn wir es Jesus gleich tun würden. Und mit dieser Entscheidung würden wir zum Christos, zum Kind Gottes. Diese beiden Sätze genügen, um dem Menschen bescheinigen zu lassen, wer er in Wahrheit ist. Er kann es schon jetzt noch zu Lebzeiten machen – ohne körperlich zu sterben. Das nennt man mehr oder weniger dann Erleuchtung.  Weinachten könnte uns zu folgender Erinnerung dienen:

„Wär Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in Dir, so bliebst Du ewiglich verloren.“  Angelus Silesius (1624 – 1677). Sic!

Also, kommt friedlich über die Rauhnächte, in denen sich die dunklen, stürmischen Kräfte angeblich von der Erde zurückziehen! Diesmal vielleicht wieder mit Hilfe eurer  Böllerei, die die Geister vertreiben. Schaun wir mal…

Ich wünsche euch einen offenen Geist!
Herzlichst eure egm

…………………

Zweites Beispiel, hier nur gekürzt:

Seid gegrüßt!

Wir haben  Silvester 2022/ 2023 . Draußen böllern Menschen schon seit Tagen und Stunden. Ein alter Brauch, um die bösen Geister zu erschrecken und zu vertreiben – aller Wissenschaftsgläubigkeit zum Hohn, wo man doch den Geistern keine Glaubenswürdigkeit mehr zuschreibt. Bei Goethe heißt es „Den Teufel sind sie los, die Bösen sind geblieben (Mephisto in Faust).

Was soll das also bringen? Man feiert, macht Lärm, Gestank, Rauch und betrinkt sich bis zum Umfallen oder geht früher nach Hause. Was Feiern ebenso meint. Man kann auch die 9. von Ludwig van Beethoven schmettern: „Freude, Freude….“ Das wäre durchaus erhebend.
Am Ende aber siegt wieder die Nacht des Vergessens. Und ein neues Jahr der Dunkelheit, des Kali Yuga setzt seine Tradition fort. 
Das Kali Yuga soll das finsterste aller Zeitalter sein, bis es eines Tages sich selbst vernichtet hat. Und daraufhin dann das Goldene Zeitalter anbricht. Das Licht kämpft nicht, es wartet… – denn es weiß. So wird gesagt. Viel kamen dennoch wieder auf die Erde um der Menscheit ein Erkennen zu bringen. Es gibt allein 12 große Religionsstifter im Lauf der Geschichte.

Ich denke unwillkürlich an den Satz „Das Licht kam in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht ergriffen.“ Ein wichtiger Satz, den ich als junger Mensch nicht verstanden habe. Um den es aber derzeit jetzt geht. Wir haben schon den Manichäismus erwähnt, eine hier eher unbekannte Glaubensrichtung. Warum wir sie wichtig finden, ist folgendes: Sie bezeichnet den Kampf der Dunkelheit gegen das Licht als  d i e  Bedingung für die Existenz dieser Welt  schlecht hin. Die Dunkelheit versucht sich fortwährend des Lichtes zu bemächtigen. Was nicht geht. Und dennoch will sie sich über das Licht hermachen, also über unser eigentliches Sein. Denn,

„Es erben sich Gesetz und Rechte
wie eine ew’ge Krankheit fort;
sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte
und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage:
Weh dir, dass du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
von dem ist leider nie die Frage.“
Goethe, Faust

Was uns vor den schlimmsten Auswirkungen eines solchen Zeitenwechsels bewahren kann, ist das frühzeitige erleuchtet Werden. Dafür haben alle Religionsstifter und großen Geister schon immer geworben. So gesehen ist das Silvester feiern eigentlich Humbug. Aber wer’s mag, kann es machen. Er steht uns frei uns selbst zu schaden. Allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Wir können das Kopfkino jeder Zeit verlassen, in dem der Film gespielt wird:  „Du bist blind und taub, ergo: Werde sehend – oder auch nicht!“
Die Entscheidung liegt allein bei uns. Niemand wird sie für uns treffen.

Gifty beschreibt die Situation aus dieser Sicht.

Phönix aus der Asche

Keiner weiß mehr, was er soll
und alles scheint verkehrt gewesen,
die meisten ha‘m die Nase voll
und mancher will schon nicht mehr leben.

Zu viel ist auf den Kopf gestellt
das oben – unten gibt’s nicht mehr
vernichtet ist die heile Welt
und viele fühl‘n sich ohne Wehr.

Man hat dem falschen Gott geglaubt,
und auch den viele Obrigkeiten,
die haben selbst nur abgestaubt,
das Ende war dann: noch mehr Leiden!

Bedenke Mensch, du warst im Wahn,
Vertrauen hat dir nicht geholfen
steh auf und fang bei dir jetzt an,
Es gilt für dich – allein zu laufen!

© gifty’s poems 09.02.2022

Eine Übung für eure Blickwinkel Flexibilität!
Ein Fixierbild gemalt in unserer Wirkstatt: Wie viele Vögel erkennt ihr auf dem Bild? Auch vier? Oder fünf?

Fest steht, ein großer Umbruch steht an. Wie oft schon, wird es wieder ein „jüngstes Gericht“ geben. Wer macht den Aufstieg ins höhere geistige Bewusstsein mit, wer nicht?

Und wie ist eure Sicht der Dinge, falls ihr etwas seht? Sinnt bitte erst darüber nach und schreibt dann drauf los. Teilt uns eure Sichtweise mit  – oder auch nicht. Ihr seid frei!
Alles Gute!
Und damit ich’s nicht vergesse: Freude! Freude! Freude für 2023!

Herzlichst
eure
egm

…………………

Anmerkungen zu dieser Epistolae Seite >>

Das waren nun zwei Beispiele aus der Reihe Epistolae Morales (Seneca nachempfunden)

Außerdem zeigen wir euch an einem Beispiel, wie durch Brainstorming ein gemeinsames Studiengespräch der Stufe II angekurbelt wird. Bitte jedermann hier klicken >> Wir werden dann hinter der Bezahlschranke lernen, die Ereignisse im Außen der Welt als  Gleichnis für uns zu deuten und  das bislang gefürchtete Thema Tod aus der Tabuzone holen.

Und hier gibt es demnächst auch eine Einführung in Stufe III und IV für Lehrer Gottes jedweder Richtung. Thema: Der Blick der Liebe auf die Vollkommenheit in Allem.
Nähers dazu coming soon! 

 

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